Tom, 34

Wann wusstest Du, dass Du schwul bist?

Das ich schwul oder eben anders als die anderen bin, war mir relativ früh bewusst – das dürfte so im Alter zwischen 11 und 13 Jahren gewesen sein. In der Schule gab es die ein oder anderen Jungs, die ist recht attraktiv gefunden habe, oder den einen Kellner aus unserem Urlaubshotel in Pesaro/Italien *g*

Wie lange hast Du gebraucht, um zu akzeptieren, dass Du schwul bist?

Es gibt ja zwei Arten von Coming Out – das innere und das äußere. Das innere Coming Out ist jenes, bei dem man es selbst akzeptiert, schwul zu sein. Ich könnte mich jetzt nicht daran erinnern, großartig dagegen angekämpft zu haben. Ich hab mich auch nie zu Mädchen hingezogen gefühlt. 

Wie alt warst Du bei Deinem Outing?

Leider – und das sage ich bewusst – schon 28 Jahre alt.

Wie verlief Dein Outing?

Bevor es Gott und die Welt erfahren hat, hatte ich mich mit ca. 23 Jahren meinen ebenfalls schwulen Arbeitskollegen anvertraut. Aufgewachsen in einer 1.900 Seelen-Gemeinde, angestellt im elterlichen Betrieb und die Angst vor dem was kommen würde, vergingen noch weitere fünf Jahre ins Land, ehe ich mich geoutet habe. 

Es gab 2014 eine Situation, die bei mir einen Schalter umlegte – zusammen mit meinem schwulen Arbeitskollegen und dessen Freund waren wir wegen eines beruflichen Termins im Nürnberger Zoo. Nach getaner Arbeit, gingen beide vor mir Arm in Arm in Richtung Auto. Es war dieser Moment als es bei mir „Klick“ gemacht hat. 

Die ersten die es dann erfahren haben, waren zwei sehr sehr gute Freunde: Simone und Stefan – ja, ich hatte Angst vor der Reaktion, die sich aber hinterher als völlig unbegründet herausstellte. 

Nach ein paar Tagen – allen Mut zusammengefasst – weihte ich meiner Mutter ein. Diese hatte es schon lange lange Zeit geahnt. Und da Mütter darüber reden müssen und mit ihren Freundinnen telefonieren, nahm mein Outing an dieser Stelle seinen Lauf. Gefühlt drei Tage später wusste es das halbe Dorf – was für mich nicht das Problem war, ich war eher erstaunt, wie schnell das geht. Klar, man ist dann für zwei bis drei Wochen das Dorfgespräch – aber auch das vergeht. 

Wie ging es Dir nach dem Outing?

Super! Es stellt sich innerlich nach und nach das Gefühl ein, endlich frei zu sein, kein Versteckspiel mehr betreiben zu müssen und das man einfach der Mensch sein kann, der man ist.

Gab es negative Reaktionen? 

Es gibt ein bis zwei Personen aus der engeren Verwandtschaft, die es nach wie vor nicht „gut finden“. Aber es ist mein Leben, nicht deren. 

Was würdest Du jemanden raten der sich outen möchten?

Ganz klar: Je früher, desto besser! Ich habe für mich – im Nachhinein betrachtet – das Outing viel zu spät vollzogen. 

 

Ich möchte an dieser Stelle jedem Elternteil den Film „Prayers for Bobby“ ans Herz legen! Dieser Film basiert auf einer wahren Begebenheit und sollte jeder Mutter und jedem Vater die Augen öffnen. 

Tab 2

Wann wusstest Du, dass Du schwul bist?

Das ich schwul oder eben anders als die anderen bin, war mir relativ früh bewusst – das dürfte so im Alter zwischen 11 und 13 Jahren gewesen sein. In der Schule gab es die ein oder anderen Jungs, die ist recht attraktiv gefunden habe, oder den einen Kellner aus unserem Urlaubshotel in Pesaro/Italien *g*

Wie lange hast Du gebraucht, um zu akzeptieren, dass Du schwul bist?

Es gibt ja zwei Arten von Coming Out – das innere und das äußere. Das innere Coming Out ist jenes, bei dem man es selbst akzeptiert, schwul zu sein. Ich könnte mich jetzt nicht daran erinnern, großartig dagegen angekämpft zu haben. Ich hab mich auch nie zu Mädchen hingezogen gefühlt. 

Wie alt warst Du bei Deinem Outing?

Leider – und das sage ich bewusst – schon 28 Jahre alt.

Wie verlief Dein Outing?

Bevor es Gott und die Welt erfahren hat, hatte ich mich mit ca. 23 Jahren meinen ebenfalls schwulen Arbeitskollegen anvertraut. Aufgewachsen in einer 1.900 Seelen-Gemeinde, angestellt im elterlichen Betrieb und die Angst vor dem was kommen würde, vergingen noch weitere fünf Jahre ins Land, ehe ich mich geoutet habe. 

Es gab 2014 eine Situation, die bei mir einen Schalter umlegte – zusammen mit meinem schwulen Arbeitskollegen und dessen Freund waren wir wegen eines beruflichen Termins im Nürnberger Zoo. Nach getaner Arbeit, gingen beide vor mir Arm in Arm in Richtung Auto. Es war dieser Moment als es bei mir „Klick“ gemacht hat. 

Die ersten die es dann erfahren haben, waren zwei sehr sehr gute Freunde: Simone und Stefan – ja, ich hatte Angst vor der Reaktion, die sich aber hinterher als völlig unbegründet herausstellte. 

Nach ein paar Tagen – allen Mut zusammengefasst – weihte ich meiner Mutter ein. Diese hatte es schon lange lange Zeit geahnt. Und da Mütter darüber reden müssen und mit ihren Freundinnen telefonieren, nahm mein Outing an dieser Stelle seinen Lauf. Gefühlt drei Tage später wusste es das halbe Dorf – was für mich nicht das Problem war, ich war eher erstaunt, wie schnell das geht. Klar, man ist dann für zwei bis drei Wochen das Dorfgespräch – aber auch das vergeht. 

Wie ging es Dir nach dem Outing?

Super! Es stellt sich innerlich nach und nach das Gefühl ein, endlich frei zu sein, kein Versteckspiel mehr betreiben zu müssen und das man einfach der Mensch sein kann, der man ist.

Gab es negative Reaktionen? 

Es gibt ein bis zwei Personen aus der engeren Verwandtschaft, die es nach wie vor nicht „gut finden“. Aber es ist mein Leben, nicht deren. 

Was würdest Du jemanden raten der sich outen möchten?

Ganz klar: Je früher, desto besser! Ich habe für mich – im Nachhinein betrachtet – das Outing viel zu spät vollzogen. 

 

Ich möchte an dieser Stelle jedem Elternteil den Film „Prayers for Bobby“ ans Herz legen! Dieser Film basiert auf einer wahren Begebenheit und sollte jeder Mutter und jedem Vater die Augen öffnen. 

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